Weihnachts- und Neujahrsbotschaft des Bürgermeisters

Liebe Meringerinnen und Meringer,

das Jahr 2021 neigt sich so langsam dem Ende entgegen und wieder mussten wir auf Begegnungen zur Weihnachtszeit verzichten. Wir haben zwar versucht alles daran zu setzen, dass ein Weihnachtsmarkt zu Pandemiebedingungen möglich ist, aber Corona und seine Mutanten haben vor allem den Winter weiter fest im Griff. Deshalb bleibt mir in diesem Jahr nichts anderes übrig als mich auf diesem Wege an Sie alle zu wenden und auch das traditionelle Neujahrsanblasen am Marktplatz zusammen mit der Kolpingkapelle und den Böllerschützen Anfang 2022 erneut abzusagen.
Mir liegt in diesem Jahr ganz besonders die durch die Pandemie verursachte persönliche Situation zwischen uns Mitmenschen am Herzen. Mir fällt zunehmend auf, dass wir uns - und das ist kein lokales Phänomen - durch diese für uns alle schwierige Situation voneinander abwenden. Ein Teil sorgt sich in besonderem Maße um die eigene Gesundheit und die ihm nahe Stehenden und ist bereit dafür teilweise auch härtere Einschränkungen in Kauf zu nehmen. Andere wiederum lassen sich weniger von gesundheitlichen Sorgen treiben und fürchten sich mehr vor Einschränkungen ihrer Freiheit. Beides hat seine Berechtigung, was unsere eigene Geschichte zeigt.
Wir in der Verwaltung, unsere Erzieherinnen und Erzieher, die Lehrerinnen und Lehrer, aber auch das medizinische Personal und viele andere wichtige Institutionen stehen aber vor der Herausforderung, dass sie es nicht mehr jedem recht machen können und sich teilweise auch massiven Angriffen einzelner Interessen ausgesetzt sehen, die teilweise nicht mehr lösbar sind.
Ich persönlich war auch nicht der erste, der sich hat impfen lassen, bin mittlerweile aber sogar geboostert. Beide Male waren etwaige Nebenwirkungen nicht mehr oder weniger als bei Impfungen, die fast alle in ihrem Leben schon empfangen haben. Ich vertraue der Medizin und glaube daran, dass das Risiko einer Impfung geringer ist als eine schwere Erkrankung. Die Erfahrungen mit den Impfstoffen im letzten Jahr waren für mich persönlich ausreichend. Jede Impfung hilft uns zurück in ein normales Leben und trotzdem überlasse ich jedem seine Entscheidung selbst. Wir müssen vor der Entscheidung eines jeden einzelnen Respekt haben und sollten niemanden wegen seiner individuellen Entscheidung verteufeln.

 Ein Beispiel, das mich seit Anbeginn der Pandemie verfolgt möchte ich gerne mit Ihnen teilen: es wäre so einfach dieses Virus binnen zwei Wochen auszurotten. Dazu müssten sich nur alle Menschen weltweit etwa 14 Tage gleichzeitig und vollständig isolieren. Was auf dem Papier so einfach klingt ist in Wirklichkeit völlig unrealistisch. Aber woran liegt das? Es wird immer einen Menschen geben, der für sich eine Ausnahme machen wird und nicht auf das große Ganze achtet. Weil wir Menschen oft zuerst auf uns als auf unsere Mitmenschen achten, geben wir dem Virus eine Lebensgrundlage.
Für die besinnlichen Weihnachtstage erlauben Sie mir daher den frommen Wunsch, dass wir im kommenden Jahr unsere Entscheidungen, die manchmal vielleicht etwas egoistisch sind, lieber einmal mehr überdenken und dabei den Nutzen für einen selbst mit dem Nutzen für unsere Mitmenschen aufrichtig abwägen. Sie werden ganz viele Beispiele finden, wo sie ihren Gegenüber damit einen großen Gefallen tun und sei es nur, dass Sie einem Erzieher/-in im Kindergarten signalisieren, dass Sie Verständnis für ihn haben.
Auch wenn wir seit meinem Amtsantritt im Mai 2020 keine normalen Verhältnisse haben muss man auch das positive an dieser Situation sehen. Ich glaube wir können allesamt stolz sein, was wir seit Mai 2020 für unsere Gemeinde geleistet haben. Es wäre zu umfangreich das hier alles aufzulisten, deshalb verweise ich hier nochmals auf die Möglichkeit den Livestream unserer Bürgerversammlung anzusehen, der auf unserem YouTube Kanal zur Verfügung steht. Dort finden Sie auch anderes interessantes Videomaterial über Mering. Aber genau diese erste hybride Bürgerversammlung ist etwas, was wir auch nach der Pandemie beibehalten sollten.
Aber der Reihe nach, denn zumindest auf fünf Punkte möchte ich kurz zurückblicken:
Gerade im Bereich der Digitalisierung ist so einiges vorangegangen, das man vielleicht nicht für möglich gehalten hat. Neben unseren Grundschulen und eigenen Einrichtungen ist es ein großer Erfolg, dass wir in den kommenden Jahren den gesamten Ort mit Glasfaser erschließen können. Zusammen mit dem Bayernwerk können wir etwas realisieren, was mit Hilfe der Förderprogramme nicht gelungen wäre, denn über 80 Prozent des Gemeindegebietes wären über die Förderprogramme nicht ausbaufähig. Wir rechnen hier im südlichen Ortsbereich im 2. Quartal 2022 mit dem Beginn des Ausbaus. Darüber hinaus wurden mittlerweile eine neue Webseite für die Kommunen der Verwaltungsgemeinschaft sowie eine App und ein Schadenmelder beauftragt. Online-Terminvereinbarungen sind aber heute schon möglich.
Unser technisches Bauamt bekommt darüber hinaus immer mehr Arbeit. So gehen wir zahlreiche notwendige und lange aufgeschobene Sanierungen tatkräftig an: Schlauchturm der Feuerwehr, die Fassaden der Luitpoldschule, das Alte Kloster und das Freibad, die Sanierungen der Zettlerbrücke und der Brücke in der Färbergasse sowie die Umsetzung des Knotenpunkts am Schulzentrum in Verbindung mit der Freisportanlage und dem Sportheim sind nur einige Projekte. Der Hort an der Luitpoldschule befindet sich schon im Bau, an der Ambérieuschule soll die Baumaßnahme wieder aufgenommen werden. Finanzieren wollen wir dies alles mit neuem Raum für Gewerbebetriebe.

Aber nicht nur Sanierungen und Ersatzneubauten, sondern vor allem die Erweiterung der Kinderbetreuung sind wichtigste Ziele. Mit der Fertigstellung des Waldkindergartens wurden 36 Plätze geschaffen, am Kapellenberg steht nun Merings größte Einrichtung. Personalmangel herrscht nicht nur in den Kindergärten und nicht nur in Mering. Als nächstes Projekt steht der Neubau einer siebengruppigen Kindertagesstätte am Mühlanger an, danach die Erweiterungen der Kinderwelt in der Kanalstraße und die katholischen Kindergärten St. Margarita und St. Afra.
Im Bereich der Städtebauförderung laufen derzeit das Leerstands- und Einzelhandelsmanagement sowie das Plangutachten für den Verkehrsraum am Marktplatz. Als nächstes stehen eine Voruntersuchung für das Alte Kloster und eine Rathauserweiterung an. Priorität hat aber auch das Thema Radfahren und der bahnparallele Radweg.
Viele weitere Themen habe ich noch gar nicht aufgezählt, aber eines liegt mir noch besonders am Herzen. Am 14. November 2021 war der 1.000te Geburtstag von Mering. Außer dem Kunstpreis und der Vorstellung unseres Jubiläumsbieres konnten jedoch keine Festivitäten stattfinden. Dass wir die Feierlichkeiten verschoben haben war richtig, das zeigen leider die aktuellen pandemischen Entwicklungen. So bleibt nur zu hoffen, dass die vielen kleinen Bausteine wie das Bankerlprojekt, das Theater und der Festakt genauso stattfinden können wie unsere großen Lichtertage im Herbst 2022.
In diesem Sinne ein herzliches Dankeschön an alle, die sich in dieser schweren Zeit so verdient um unseren Ort gemacht und die zahlreichen Projekte angeschoben haben.
Bleiben Sie gesund, einen guten Rutsch in ein erfolgreiches Jahr 2022.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Florian A. Mayer
Erster Bürgermeister