Der Spatenstich für die Sanierung der Meringer Freisportanlage ist gemacht

Ab Mai 2023 soll die Anlage wieder für den Trainingsbetrieb freigegeben werden.

Seit zwei Jahren fahren die Oberstufenschüler des Gymnasiums Mering zur Leichtathletik nach Friedberg. Da die Sportnoten prüfungsrelevant für das Abitur sind, kann nicht aufgrund der maroden Anlage die Benotung ausfallen.

Merings Erster Bürgermeister Florian Mayer freute sich deshalb, dass mit dem Spatenstich eines seiner Herzensprojekte endlich beginnen könne. Im Büro des Kämmerers hätte er Unterlagen gefunden, die beweisen, dass die ersten Planungen für die Sanierung im Jahr 2007 erfolgten. Bereits im Jahr 2009 hätte der Marktgemeinderat die Sanierung beschlossen, aber wegen des Baus des Gymnasiums immer wieder zurückgestellt. „Ich bin sehr stolz, dass wir jetzt endlich innerhalb von zwei Jahren soweit sind, dass eines der wichtigsten Projekte in Mering startet“, sagte Mayer. Dem Marktgemeinderat und MSV-Vorsitzenden Georg Resch dankte er, dass er die Idee für die Anmeldung im Bundesprogramm ins Spiel gebracht hatte. Obwohl es derart überzeichnet war, bekam Mering aufgrund seiner desolaten Haushaltslage einen Beitrag von 1,3 Mio. Euro für die Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend und Kultur. Er erwähnte den regen Austausch mit dem Landtagsabgeordneten Peter Tomaschko für die unbedingt notwendige Erteilung der Unbedenklichkeitsbescheinigung, die für Ende März zugesagt worden war und Anfang April zuging. Somit konnte eine Verschiebung um ein Jahr vermieden werden und es ist möglich, dass Sportheim, Tribüne und Freisportanlage gleichzeitig gebaut werden können. „Ein Projekt, das lange gedauert hat, wird endlich gut“, resümierte Florian Mayer.

Der Architekt Johannes Paula aus München erinnerte die Gäste, dass die Anlage in den 80er Jahren errichtet wurde. Es hätte sich um eine Kampfbahn des Typs B gehandelt, die nicht nur mit sechs, sondern mit sieben 100-m-Bahnen ausgestattet war. „Nach 40 Jahren Nutzung ist die Anlage an das Ende ihrer Haltbarkeit gekommen und man kann sagen, das Prinzip einer soliden Haushaltsführung wurde hier durchgehalten“, informierte Paula. Er wünschte sich für die Baustelle ein gutes Wetter. Bis die Anlage den Sportlern übergeben werden könne, müssten 3800 qm Erde bewegt, 1200 Bewässerungsleitungen, 1500 Entwässerungsleitungen, 1800 Elektroleitungen und 450 m Rinnen verlegt werden. Stellvertretender Landrat Manfred Losinger äußerte seine Dankbarkeit, dass die marode Anlage endlich in Angriff genommen werden könne und wünschte der Baustelle einen guten und unfallfreien Verlauf. „Ich beglückwünsche dich zu diesem Schritt, den du sicher nicht vergessen wirst, weil er einen Tag nach der Geburt deiner Tochter liegt“, beendete Losinger seine Ansprache. Bundestagsabgeordneter Hansjörg Durz erwähnte, dass der Sport für die Sozialkompetenz äußerst wichtig sei und er sich vor zwei Jahren selbst bei einem Besuch in Mering vom Zustand der Freisportanlage ein Bild gemacht hätte. Er freute sich, dass aus dem Förderprogramm von 400 Mio. Euro mit 1300 Anträgen 28 Mio. Euro nach Bayern und darunter 1,3 Mio. Euro nach Mering gegangen seien. „Bald werden wieder Bundesjugendspiele stattfinden können, die Fußballer und Leichtathleten wieder mit Freude ihren Sport auf der neuen Anlage ausüben können“, so Durz.

Schulleiter Josef Maisch war trotz der Pfingstferien bereit, am Spatenstich für die neue Freisportanlage teilzunehmen. Auch Realschulleiter Andreas Pimpl, der Elternbeiratsvorsitzende der Amberieuschule, der Bundestagsabgeordnete Hansjörg Durz, stellvertretender Landrat Manfred Losinger sowie die Vorsitzenden der nutzenden Vereine MSV Mering, TV Mering und TSC Mering, Merchings Bürgermeister Helmut Luichtl, einige Marktgemeinderäte, darunter auch der Sportbeauftragte Andreas Widmann, der Architekt Johannes Paula und die beteiligten Firmen waren gekommen.

Am 23. Juni 2021 hatte Architekt Johannes Paula vom Planungsbüro P-38 seine Planungen für die Renovierung der Schulsportanlage in der Marktgemeinderatssitzung vorgestellt. Neben einer Weitsprunganlage soll es eine Kugelstoßanlage, die als Beachvolleyballfeld nutzbar sein soll, ein Volley- und ein Basketballfeld und je einen Allwetterplatz für Speerwurf und für Hochsprung geben. Der Markt Mering ist der Eigentümer der Sportanlage, aber der Landkreis ist Sachaufwandsträger für die Schulen. Für die Grundschulen hat die Gemeinde die Pflichtaufgabe, eine Schulsportanlage zu betreiben. Außerdem hat sie mit dem SV Mering einen Vertrag geschlossen, die Anlage für die Vereinsnutzung zur Verfügung zu stellen. Die Kosten für die Renovierung werden voraussichtlich 2,6 Mio. Euro betragen. Die Gemeinde Mering erhält eine Förderung aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Einrichtungen im Bereich Sport, Jugend, Kultur“ in Höhe von 1,3 Mio. Euro und eine Förderung vom Freistaat Bayern von ca. 350.000 Euro. Die verbleibenden Kosten fallen zu zwei Dritteln auf den Landkreis Aichach-Friedberg und zu einem Drittel auf den Markt Mering.

Erster Bürgermeister Florian Mayer dankte noch dem Marktbaumeister Armin Lichtenstern für seinen Einsatz bei so vielen Projekten. Dem Bauhof versprach er einen neuen Mitarbeiter für die Betreuung der neuen Freisportanlage. „Vielleicht wird es dann sogar einmal einen Meringer geben, der einen Weltrekord erzielt“, blickte er hoffnungsvoll in die Zukunft.

Bildergalerie

Bilder & Text: © Heike Scherer