Das Bild zeigt die Gemeinschaft der deutsch-israelischen Freundschaft

Karmiel Delegation 2023: Aus dem (Reise-)Tagebuch des Bürgermeisters

Veröffentlicht am 07. August 2023 Autor: Bürgermeister Florian Mayer

 

Anreise

Flughafen München - Terminal 1F - hier werden ausschließlich Flüge nach Tel Aviv, Israel abgefertigt. Der erste Teil der Meringer Delegation zum Tanzfest nach Karmiel ist unterwegs. Der Rest von insgesamt acht Personen kommt morgen nach. Ich bin gespannt, was die Reise und die Städtefreundschaft an interessanten Begegnungen für uns offen hält. Ich werde hier live berichten. Mit dabei heute sind: Eva Weizenegger (Friedberger Allgemeine), Peter Holthaus (Arge Karmiel), Michael Metz (MGR) und Jochen Hartmann (Komitee Amberieu).

Sonntag und Montag, 30. und 31. Juli

Nach unserer Ankunft am Sonntag in Tel Aviv haben wir dort noch ein wenig das Flair der Stadt erkundet.

Am Montag trafen wir dann Tomer Hoffmann, der uns drei Stunden durch Jerusalem geführt hat. Dort haben wir den Markt, die Grabeskirche und die Western Wall gesehen. Anschließend ging’s in ein leckeres arabisches Restaurant. Die Fahrzeit haben wir für einen ersten Austausch genutzt.

Am Abend haben wir dann unser Hotel in Akko bezogen und dort die Altstadt erlaufen.

Für unseren Ort habe ich ein paar Kerzen erworben und auf Jesus Steinplatte gelegt. An der Western Wall habe ich zudem gute Wünsche hinterlassen. Die Temperaturen betrugen heute - bei relativ hoher Luftfeuchtigkeit - um Mitternacht noch 28°.

Morgen gibt es dann nach sehr kurzen Nächten noch diverse Gespräche der Delegation und etwas Ruhe, bevor wir dann am Abend zur Eröffnung des Tanzfestes nach Karmiel fahren. Das offizielle Programm geht bis nach Mitternacht. Dort treffen wir dann auch das erste Mal auf Bürgermeister Moshe Koninski. Wir freuen uns drauf, außerdem ist die Delegation dann komplett. Nachgereist sind am Montag noch Michael Krämer sowie Günter und Annemarie Wurm, wobei letztere privat bei Pnina Goshen unterkommen.

Dienstag, 1. August

Am Dienstagmorgen hatten wir ein wichtiges und sehr konstruktives Gespräch mit Tomer und Galit Hoffmann, die bereits mehrere Jugendbegegnungen mit Mering organisiert haben. Dabei ging es um die Schaffung von offiziellen Strukturen auf verschiedenen Ebenen zur Intensivierung der Beziehungen zwischen Mering und Karmiel.

Tomer Hoffmann führte uns mittags durch den Markt in Akko, bei dem wir leckere örtliche Spezialitäten probiert und eingekauft haben. Anschließend haben wir Akko mit dem Boot und im Untergrund erkundet. Dazu gehören der Rittersaal, ein erst kürzlich entdeckter unterirdischer Tunnel sowie das Hamam Museum.

Nach einem erfrischenden Bad im Mittelmeer, das hier so flach ist, dass es Badewannen Temperatur hat, ging es nach Karmiel. Im Rahmen eines Galadinners habe ich erstmal meinen Amtskollegen Moshe Koninski persönlich getroffen. Auch seinen Vorgänger Adi Eldar und viele andere Menschen, die bereits öfters in Mering waren, haben wir wieder gesehen.

Das Highlight war die Eröffnungsshow des größten Tanzfestivals in Israel unter dem Motto 100 Jahre Volkstänze. Die Show war großartig und voller Lichteffekte, guter Musik und viel Energie. Bevor der Tag endete haben wir gemeinsam mit den anderen Delegationen aus Berlin Charlottenburg und Rumänien und Moshe Koninski im örtlichen Biergarten lokales Bier und Essen probiert.

Übrigens: das Festival hat natürlich Sicherheitsvorkehrungen, wir haben aber nicht einmal seit unserer Ankunft Militär gesehen, die örtliche Polizei ist hier im Einsatz. Trotz aktueller Proteste und Krisen fühlen wir uns sicher. Wir haben die Proteste gegen die Justizreform auch nicht mitbekommen.

Ein anstrengender, ereignisreicher und von herzlichen sowie freundlichen Begegnungen geprägter Tag ging dann gegen 2 Uhr zu Ende.

Mittwoch, 2. August

Gleich am Mittwochmorgen haben sich alle drei Delegationen im Rathaus von Karmiel zu einem Frühstück und Gesprächen mit der Stadtverwaltung, Bürgermeister Moshe Koninski und seiner Stellvertreterin getroffen. Neben Gesprächen über die zukünftige Zusammenarbeit haben wir auch viel über die Stadt selbst erfahren. So fungiert Moshe Koninski nicht nur als Bürgermeister, sondern quasi auch als eine Art Landrat für den Bereich. Die Entwicklung ging rasant und es gibt große Pläne im baulichen Bereich in den nächsten Jahren. Mering hat eine 1000-jährige Geschichte und 15.000 Einwohner, Karmiel wird nächstes Jahr 60 Jahre und hat über 50.000 Einwohner und es gibt bereits Pläne für mehr als 100.000 Einwohner.

Anschließend fand eine Stadtführung mit Besuch von innovativen unternehmerischen Ideen statt. Nach dem Mittagessen mit den Delegationen war etwas Zeit zum Entspannen, weil wir um 19 Uhr im main auditorium  einen Auftritt besucht haben. Neben den Tanz-Jugendweltmeistern aus früheren Jahren haben wir auch die Karmiel flowers wieder getroffen, die letzten Freitag noch in Mering zu Besuch waren.

Die anschließende main show im Amphitheater dauerte drei Stunden. Sie wurde live im Internet übertragen und die Zuschauer konnten aus den zwölf Choreografien einen Sieger wählen. Bis zur Siegerehrung gab es noch eine grandiose musikalische Darbietung. Spät in der Nacht endete der Tag bei einem gemeinsamen Besuch des örtlichen Biergartens, was bei uns eher mit einem kleinen Volksfest vergleichbar wäre. Dieser Biergarten ist neu beim Tanzfestival seit dem Amtsbeginn von Moshe Koninski, dieser ist nämlich ein großer Fan von dieser bayerischen Leckerei. Wir haben mit Goldstar natürlich etwas Lokales probiert.

Beim Rücktransfer ins Hotel zeigte sich, dass wir hier in manchen Bereichen andere Gepflogenheiten haben. In Akko sind nachts Zufahrten abgesperrt, es war für den Fahrer schwierig eine Zufahrt zu finden, um uns mit großem Umweg ins Hotel zu bringen. Dies hat sich so angefühlt als wenn wir Mering nachts absperren und über Augsburg umfahren müssen, um nach Hause zu kommen.

Ein weiterer spannender Tag mit vielen neuen Kontakten ging zu Ende.

Donnerstag und Freitag, 3. und 4. August

Am Donnerstag stand für die Delegation morgens ein Ausflug nach Nazareth und an den See Genezareth an. In der Verkündigungsbasilika gibt es zwei Ebenen, im unteren Bereich ist die Ausgrabungsstätte von Maria‘s Haus zu sehen. Anschließend kehrten wir bei leckerer selbst gemachter Limonade, Kaffee und einheimischen Süßigkeiten in ein Kunsthaus ein, bei der wir einen Inhaber mit Kontakten nach Eurasburg bei Friedberg kennengelernt haben. Auch hier bietet sich wieder die Chance auf gemeinsame Projekte. Gleich um die Ecke bestaunten wir eine Kaffeerösterei, bei der schon der ehemalige britische Premierminister Tony Blair eingekehrt ist. Im Tal um den See Genezareth haben wir dann die Hitze der windstillen Umgebung bei rund 200 Metern unter dem Meeresspiegel spüren können.

Das und im Übrigen alle Mittagessen der Delegation mit einheimischer Verköstigung waren nicht nur fantastisch zubereitet, sondern auch immer viel zu viel. Für uns Deutsche und in einem so modernen Land wie Israel ist es daher manchmal unglaublich, dass hier noch bzw. wieder viel übrig bleibt und man auch relativ viel Plastik verwendet.

Nach einer kurzen Erholung im Hotel ging es dann vor der closing show im Amphietheater zu einer örtlichen Brauereibesichtigung mit Abendessen unter kühlenden Bäumen und echter Biergartenatmosphäre. Das Tanzfest klang nach einer dreistündigen Show mit feiernden jungen Israelis auf der Hauptbühne für uns bei einem letzten Bier mit den offiziellen Vertretern der Stadt Karmiel aus. Besonders hervorzuheben ist, dass beide Seiten neue Freunde gefunden haben und sich Altbürgermeister Adi Eldar sogar extra Zeit genommen hatte uns bei der Brauereibesichtigung noch eigens zu besuchen.

Am Freitag stand dann nur noch die Rückreise auf dem Programm. Morgens haben wir noch das Meer genossen bevor der Transfer an den Flughafen erfolgte. Dort wurden vor allem die Präsente im Detail geprüft, obwohl diese ein Geschenk der Stadt sind. Natürlich durfte auch eine Verspätung nicht fehlen, gleich bei Ankunft am Flughafen Ben Gurion wurden uns 1,5 Stunden vorhergesagt. Um 21.30 Uhr ist unsere Delegation dann wieder in München gelandet.

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