Am 8. August 2026 wurde in Mering eine Gedenktafel zu Ehren der Franziskanerinnen von Maria Stern eingeweiht. Hauptinitiatoren waren Renatus Scheglmann und Josef Kennerknecht. Die Tafel erinnert an das langjährige und vielfältige Wirken der Ordensschwestern, die das soziale, erzieherische und geistliche Leben in Mering über Generationen hinweg prägten.
In seiner Ansprache am alten Friedhof würdigte Bürgermeister Florian Mayer das Wirken der Ordensschwestern und die privaten Initiatoren für die Gedenktafel. Besonders freute sich der Meringer Bürgermeister über die Vielzahl an interessierten Bürgerinnen und Bürgern, die an der Zeremonie teilnahmen, unter anderem auch die letzte Meringer Ordensschwester Silvana Mayer. Nachdem der Orden der Franziskanerinnen von Maria Stern im Jahr 1838 beschlossen hatte, neben dem beschaulichen Leben auch karitativ und sozial dienend zu wirken, kamen die Schwestern schließlich auch nach Mering. Bereits in den frühen 1880er-Jahren übernahmen Krankenschwestern von Maria Stern die Krankenpflege im Meringer Krankenhaus. Bis 1965 standen sie Menschen mit Liebe, Sorgfalt und selbstlosem Einsatz zur Seite und sorgten damit für einen höheren Qualitätsstandard in der örtlichen Krankenversorgung.
Am 31. Oktober 1910 bezogen die Klosterfrauen das neu errichtete Kloster und übernahmen in den dortigen Schulräumen den Unterricht für Mädchen. Später wirkten sie auch an weiteren gemeindlichen Schulen. Viele frühere Schülerinnen (bis zu den Jahrgängen 1960) erinnern sich bis heute an Schwester Edlburga oder Schwester Elektra. 1965 wurden die letzten klösterlichen Lehrkräfte abberufen.
Eine besonders prägende Rolle spielten die Schwestern auch in der Kinderbetreuung. Von 1910 bis 1971 wurden Kinder im Kindergarten (Kinderschule) in der Klostergasse liebevoll begleitet. Auch der Kinderhort stand von 1921 bis 1971 unter der Obhut der Ordensschwestern. Namen wie Schwester Disideria und Schwester Silvana sind älteren Mitbürgern noch in Erinnerung. Schwester Silvana war die letzte Ordensfrau im Kinderhort und verließ Mering 1971 schweren Herzens, jedoch mit guten Erinnerungen an ihre Schützlinge und ihren langjährigen Wirkungsort.
Anlass der neuen Gedenktafel war die Auflösung der Grabstelle in 2024, nachdem der Grabstein zu zerbrechen drohte. Auf Anregung mehrerer Bürgerinnen und Bürger nahm sich eine private Initiative der Gedenkkultur für das Wirken der Maria-Stern-Schwestern in Mering an.
Dank der großzügigen Spende der Stifterfamilie Anneliese und Hubert Helgemeir bleibt ihr aufopferungsvoller und segensreicher Einsatz nun sichtbar für kommende Generationen in Stein gemeißelt.
Die Bauverwaltung, vertreten durch Bauhofleiter Claudius Hirner, bereitete gemeinsam mit dem ausführenden Maurer Daniel Grohmann den Platz für die Tafel vor. Steinmetz Thomas Wolf fertigte die Gedenktafel in sorgfältiger Handarbeit an und setzte sie passgenau ein.
Die Gedenktafel ist ein Zeichen des Dankes und der Wertschätzung. Sie bewahrt die Erinnerung an Frauen, die sich mit Fürsorge, Glauben und großem Einsatz um die Menschen in Mering verdient gemacht haben. Sie wurde im Anschluss von Pfarrer Florian Markter gesegnet. Der Nachmittag klang bei einem gemütlichen Kaffee und Kuchen im Gasthaus Andechser aus.