Rathauswettbewerb 1. Preis Büro Harris + Kurrle Architekten BDA aus Stuttgart | © Markt Mering / vw

Das neue Rathaus nimmt Gestalt an

Veröffentlicht am 18. August 2026

Beim städtebaulichen Wettbewerb für den Neubau des Rathauses mit Gestaltung des Rathausumfelds in Mering sind die Entwürfe der drei Preisträger jetzt öffentlich ausgestellt. Die Arbeiten der Plätze 1 bis 3 waren bis zum 14. August 2026 im Foyer der Raiffeisenbank Mering zu sehen. Vom 17. bis 31. August 2026 wird die Ausstellung in der Sparkasse Mering fortgeführt. Dort können sich die Bürgerinnen und Bürger während der üblichen Öffnungszeiten über die Ergebnisse des Wettbewerbs informieren. 

Der erste Preis ging an das Büro Harris + Kurrle Architekten BDA aus Stuttgart gemeinsam mit Gänßle + Hehr Landschaftsarchitekten aus Esslingen. Den zweiten Preis erhielten Feuerstein Hammer Pfeiffer Architekten aus Lindau mit Martin Kappler Landschaftsarchitektur aus Wangen. Der dritte Preis ging an Kayser Architekten aus Aalen mit Kunder3 Landschaftsarchitektur aus Leinfelden-Echterdingen.

Bürgermeister Florian A. Mayer bezeichnete das Verfahren als anspruchsvoll, weil die Aufgabe unter beengten räumlichen Bedingungen und in mehreren Bauabschnitten zu lösen sei. Zu den besonderen Herausforderungen gehörten neben der Stellplatzsituation die Hanglage sowie das angrenzende, denkmalgeschützte Benefiziatenhaus. Die drei bestplatzierten Entwürfe verfolgten unterschiedliche Ansätze, wie Bürgermeister Florian A. Mayer erläuterte. Der erste und der dritte Entwurf ähneln sich in ihrer Grundidee stärker, während sich der zweitplatzierte Beitrag vor allem durch die Anordnung seiner Baukörper unterscheidet. 

Rainer Hofmann, der Vorsitzende des Preisgerichts, erläuterte die Entscheidung der Jury.  Das Preisgericht habe die zahlreichen Beiträge in mehreren Rundgängen geprüft und schrittweise eingegrenzt. Insgesamt sei es darum gegangen, in einem komplexen Verfahren die beste Gesamtlösung für Rathaus und Umfeld zu finden. Als maßgebliche Kriterien nannte Hofmann unter anderem Architektur, Grundrisse, Konstruktion, Effizienz, Freianlagen, Topografie, Programmvorgaben und Wirtschaftlichkeit. Besondere Herausforderungen stellten die Rahmenbedingungen vor Ort dar. So müsse das Rathaus während der Bauphase weiter betrieben werden. Zudem galt es, die schwierige Stellplatz- und Topografiesituation zu lösen sowie den Umgang mit dem Marktplatz und den bestehenden Blickbeziehungen im Umfeld. 

Der erstplatzierte Entwurf überzeugte nach Darstellung von Rainer Hofmann die Jury besonders durch seine Einbindung in das Umfeld und die gelungene Wegeführung im Gebäude einen gut nutzbaren großen Saal im Obergeschoss sowie die insgesamt stimmige Anordnung der Funktionsbereiche. Nach Einschätzung von Rainer Hofmann fügt sich der Entwurf gut zwischen Marktplatz, Benefiziatenhaus und Kirche ein. Als einzigen Kritikpunkt nannte Hofmann die eher nüchterne Fassadengestaltung.

Architekt Volker Kurrle erklärte, sein Büro habe das Rathaus weniger als eigenständiges Statement, sondern vielmehr als verbindendes Element zwischen Marktplatz, Benefiziatenhaus und Kirche verstanden. Die gefaltete Form des Gebäudes soll den Baukörper möglichst weit an den Marktplatz heranführen, die vorhandenen Blick- und Wegebeziehungen aufnehmen und dem Benefiziatenhaus auf der rückwärtigen Seite einen angemessenen räumlichen Rahmen geben. Wichtig war dem Team außerdem ein direkter Zugang vom Marktplatz ins Bürgerbüro. Ein zweiter Zugang sowie ein Foyer im oberen Bereich sollen den Sitzungssaal unmittelbar erschließen und auch eine Nutzung für andere Veranstaltungen ermöglichen.

Der zweitplatzierte Entwurf wurde von der Jury als eigenständige und klare Arbeit gelobt. Als besonders mutig bewertete das Preisgericht die Entscheidung, den Neubau weit nach vorne Richtung Marktplatz zu rücken und das neue Rathaus damit deutlich vom bestehenden Altbau zu trennen. Dadurch entstehe im ersten Bauabschnitt eine Lücke zwischen Alt und Neu, die zunächst als Parkplatz genutzt werde. Auch sehe der Entwurf einen kleineren Marktplatz vor, der aus Sicht der Jury im Alltag gut funktionieren könne. Diese Lösung habe zwar Defizite, sei aber insgesamt eine sehr feine und prägnante Arbeit. 

Architekt Gerhard Feuerstein erläuterte, dass ihre Lösung aus einem gegliederten Baukörper bestehe, der den Marktplatz respektiere, den Übergang zum Bestand aufnehme und über die Topografie zwei Ebenen sinnvoll miteinander verbinde. Er erklärte weiter, dass ein funktionierender Platz aus seiner Sicht nicht größer als 20 Meter sein sollte, da sonst die räumliche Wahrnehmung verloren gehe. Das neue Rathaus werde als prominenter Baukörper an den Marktplatz gerückt und nach dem Windmühlenprinzip organisiert, bei dem sich die Nutzungen um einen zentralen Kern gruppieren. 

Auch der drittplatzierte Entwurf von Kayser Architekten wurde vom Preisgericht als überzeugende Arbeit gewürdigt. Bei der Eröffnung der Ausstellung war kein Vertreter des Büros vor Ort. Rainer Hofmann verwies darauf, dass die Beiträge der engsten Wahl grundsätzlich ein hohes Niveau gehabt hätten. Er lobte den Entwurf als sehr geschickt gemacht und hob die gute Einfügung der Dächer in das Umfeld hervor. Als Schwachpunkt nannte das Preisgericht die im Vergleich komplexere innere Erschließung des Gebäudes.

Mit der Preisvergabe ist noch keine endgültige Entscheidung über die Beauftragung verbunden. Der erstplatzierte Entwurf besitzt zwar einen Punktevorsprung, jedoch werden zunächst die Honorarangebote geprüft und die weiteren Voraussetzungen des Verfahrens bewertet. 

Die Veranstaltung bot den Bürgerinnen und Bürgern einen anschaulichen und aufschlussreichen Einblick in die Wettbewerbsarbeiten und die planerischen Überlegungen der beteiligten Architektenbüros.

Die Ausstellung wird vom 17. bis 31. August 2026 in den Räumen der Sparkasse Mering fortgeführt und kann dort während der üblichen Öffnungszeiten besichtigt werden. 

 

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